Aus tieferen Zeitschichten



Mein sind die Jahre nicht,
die mir die Zeit genommen.
Mein sind die Jahre nicht,
die etwa möchten kommen.
Der Augenblick ist mein,
und nehm ich den in Acht,
so ist der mein,
der Jahr und Ewigkeit gemacht.


In einem Gruß zur Jahreswende aus meinem Freundeskreis las ich die anrührenden Zeilen von Andreas Gryphius. Die Texte dieses schlesischen Dichters reflektieren die Lebenserfahrung eines Menschen, dessen Bewusstsein die Schrecken des Dreißigjährigen Krieges zu verarbeiten hatte. Seine Gedichte sind bis heute aktuell geblieben, wie der moderne Leser im Rückblick auf die Kriegsgreuel erkennt, die durch die Jahrhunderte einander folgen und deren Erinnerungen sich palimpsestartig überschreiben.

Die einzige Spur, die heute noch an Andreas Gryphius in seiner Heimatstadt Glogau (Glogów) erinnert, ist eine beschädigte Büste über dem Portal der Ruine des Stadttheaters.

10.1.11 21:10

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