Von Tätern und Opfern

Unter diesem Titel veröffentlichte Erhard Eppler in der SZ* einen bedenkenswerten Text über die Handlungsmotive von Menschen, die sich nur in der verhängnisvollen Rolle von Opfern sehen können.

“. . . Was immer die israelische Armee tut, ergibt sich aus der Opferrolle und ist also legitim.

. . . natürlich verstehen sich auch die Palestinenser als Opfer, gerade auch diejenigen, die sich in die Luft sprengen, um noch ein paar Israelis mit in den Tod zu reißen. Die Palestinenser sind mit Abstand die Schwächeren, und sie finden, an ihnen werde das Recht des Stärkeren ausgeübt. Sie nehmen sich nur als Opfer wahr. Was immer sie tun, es ist Ausdruck der Opferrolle.

Wo aber zwei Völker aufeinander treffen, die sich beide nur als Opfer verstehen, ist Friede nicht einmal denkbar. . . .

Deutsche, Polen, Juden: Haben sie nicht eine sehr verschiedene Geschichte? Sicher. Juden – und auch Polen – hatten immer weit bessere Gründe, sich als Opfer zu fühlen als die Deutschen von 1930 oder gar 1950. Das ändert nichts daran, dass, wer sich nur als Opfer wahrnehmen kann, nicht friedenstauglich ist. . . .“

*) Ausgabe 4./5.1.11, p.2

6.1.11 21:17

Letzte Einträge: Kreuzwortaufgabe, Gedankensplitter, Drachentöter, Gewissensfrage, Tack – tack – tack – tack. . ., Umzug

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