Merkbuchseite




(Tusche)

– Ist das etwa alles?
– warum denn nicht?
– ich kann nichts erkennen
– . . .

1 Kommentar 27.1.12 18:12, kommentieren

Revisited

Neulich hörte ich eine Lesung von Hauffs Kalif Storch, und ich fühlte mich unversehens in die Zeit vor über siebzig Jahren zurückversetzt, als ich das Märchen zum ersten Mal las. Es war, wie wenn jemand nach Jahren noch einmal durch sein zufällig erhalten gebliebenes Kinderzimmer ginge und darin Gegenstände sähe, an die er oder sie sich nicht mehr erinnern konnte. Einige Textstellen kamen mir so fremd vor, dass ich schon glaubte, es würde nicht das Original vorgelesen, sondern eine Bearbeitung.

Etwas früher Vertrautes nach langer Zeit wiederzusehen, ist ein besonderes Erlebnis: es macht spürbar, in welchem Maße sich mein Blick auf die Dinge ganz unmerklich verändert hat – ja, die Dinge scheinen gar nicht mehr dieselben zu sein, so wie ich sie einst wahrgenommen hatte.

26.1.12 16:44, kommentieren

Nächtlicher Zauberhain in Bad Homburg




Jeder Tag hat Überraschungen bereit, wenn man sich nur die Zeit dafür nimmt. Toll, dass unserer Zivilisation solche Lichtzaubereien möglich sind – aber wer weiß wie viele Anlieger den Einfall nur mit Missmut quittiert und womöglich dagegen geklagt haben?!

25.1.12 22:41, kommentieren

Neues aus dem Atelier




Bagatelle 2012_2, farbige Mischtechnik auf Papiermontage,
Rahmenformat 21 x 21 x 1,6 cm

24.1.12 15:55, kommentieren

Update

Unendliche Generationen von Malern mussten ohne “so etwas“ auskommen, und ihre Werke sind uns trotzdem überliefert, soweit sie nicht der Furie des Verschwindens anheim gefallen sind. Jetzt muss sich erst noch Nutzen und Dauerhaftigkeit der digitalen Speicherung erweisen, bevor man von einem echten Fortschritt sprechen kann. Aber ausprobieren sollte man die neuen Möglichkeiten doch; und nachdem nun meine “Webfee“ gewirkt hat, bitte ich die geneigten Leser/Betrachter, den Rückblick auf die Arbeiten, Jahrgang 2011, in meiner Homepage anzusehen.

2 Kommentare 23.1.12 17:26, kommentieren

Lesefrucht

« . . . ‘À quoi bon la poésie?’ dit-on maintenant que la science paraît suffire à combler tous les besoins, alors qu’augmente, en fait, le vide intérieur. La poésie me semble là, justement, pour faire voir au regard usé, désabusé, que le monde n’a jamais cessé d’être étrange, lointain, désirable … Ni l’avion ni les fusées ne raccourcissent les véritables distances, qui sont entre notre cœur et le secret des choses les plus proches . . . »

(“. . . ’Wozu noch Poesie?’ sagt man jetzt, da die Wissenschaft auszureichen scheint, um alle Bedürfnisse zu befriedigen, während zugleich die innere Leere immer größer wird. Mir scheint gerade die Poesie dazu da zu sein, den abgestumpften, den irregeleiteten Blick daran zu erinnern, dass die Welt nie aufgehört hat, seltsam, fern, begehrenswert zu sein ...
Weder das Flugzeug noch Raketen verkürzen die wirklichen Distanzen, die nämlich zwischen unserem Herzen und dem Geheimnis der Dinge um uns her . . .“)

aus: Philippe Jaccottet – Tout n’est pas dit, bei Ulrich Keicher, Warmbrunn

1 Kommentar 22.1.12 16:54, kommentieren

notizen – notizen – notizen – . . .

Nicht wenige meiner fragmentarischen Aufzeichnungen bleiben “unerweckt“ und müssen einfach vergehen. Andere dienen als Ausgangspunkt zu ausführlichen Gedanken – sie gehen auf wie Samen.

21.1.12 19:23, kommentieren

Der “Kniestorch“, eine neue Spezies?




Dass dieser Klapperstorch mit dermaßen gebrochenem und verlängertem Bein noch Babies herbeischleppen kann, während er selbst dringend ärztlicher Hilfe bedarf?!

Wie oft man doch in unserem Alltag mit gut Gemeintem zufrieden sein soll nach dem Motto “Sieht doch jeder, was gemeint ist“, obwohl es ohne Mehrkosten auch richtig sein könnte.

20.1.12 18:34, kommentieren

Baselitz im Städel




Ein echter “Hingucker“ – aber sie werden das Werk doch nicht womöglich falsch herum aufgehängt haben?

6 Kommentare 19.1.12 12:26, kommentieren

Nachtrag zu “Baselitz im Städel

Da man bei Kommentaren keine Bilder hochladen kann, sei der Umweg über einen Nachtrag gestattet.

Marc Fritzsche schreibt:
Ich habe mal mit Photoshop den Baselitz innherhalb des Fotos umgedreht (leider sind die Farben dabei ganz leicht verändert worden, warum auch immer) und hänge ihn Dir an. Ich glaube nicht, dass das Bild falschherum hängt. In der Kieler Kunsthalle hat der Direktor mal einen Baselitz vor unseren Augen umgedreht. Da habe ich festgestellt, dass seine Kompositionen gewissermaßen die Schwerkraft mit einbeziehen: Der gedrehte Baselitz "funktionierte" einfach nicht. So ist es m. E. auch in der anhängenden Datei: Das von Dir gemachte Bild scheint mir plausibler.
Nett übrigens, dass die Darsgestellten so lange Hälse machen und die Köpfe drehen: Als hätten Sie dieses Nachdenken vorhergesehen.


. . .

Als altem Griesgram, der ich (D.M.) zugegebenermaßen bin, traut man mir natürlich nicht zu, dass ich einen Witz mache.
Ganz klar ist (aber ganz unbaselitzesk), dass hier mal unten auch tatsächlich unten ist. Und harmlose Städelbesucher könnten versucht sein, probeweise das Drehen der Hälse und Häupter nachzumachen.

2 Kommentare 19.1.12 15:20, kommentieren