Endlich zum Abschluss gekommen

(Acr. a. Lw., 100 x 100 cm) Stadtlandschaft, Wetzlar
und dazu eine analytische Studie:

(40 x 40 cm)
Merkbuchnotat
(zurückgeblättert, 1966)
Aus einer Rede von André Gide
“. . . Ich schrieb: ‘Ich nenne Journalismus alles, was morgen weniger interessant ist als heute.’ Und deshalb erscheint mir der Vorwurf, den man mir macht, ganz unsinnig und gleichzeitig gerechtfertigt, ich hätte mich nie ‘engagiert’.
Ja gewiss doch, genau das ist es, worin die Leader der neuen Generation sich von uns am meisten unterscheiden, wenn sie ein Werk nach seiner unmittelbaren Wirkung beurteilen. Sie erstreben alsbaldigen Erfolg, während unsereiner es ganz natürlich fand, unbekannt, unterschätzt und mit fünfundvierzig noch gering geachtet zu werden.
Wir strebten nach Dauer, einzig damit beschäftigt, ein bleibendes Werk zu schaffen, wie diejenigen es waren, die wir bewunderten, über die die Zeit nur wenig Macht besitzt und die den Anspruch erheben, morgen ebenso ergreifend und aktuell zu sein wie heute. . . .“
Aus einer Rede von André Gide
“. . . Ich schrieb: ‘Ich nenne Journalismus alles, was morgen weniger interessant ist als heute.’ Und deshalb erscheint mir der Vorwurf, den man mir macht, ganz unsinnig und gleichzeitig gerechtfertigt, ich hätte mich nie ‘engagiert’.
Ja gewiss doch, genau das ist es, worin die Leader der neuen Generation sich von uns am meisten unterscheiden, wenn sie ein Werk nach seiner unmittelbaren Wirkung beurteilen. Sie erstreben alsbaldigen Erfolg, während unsereiner es ganz natürlich fand, unbekannt, unterschätzt und mit fünfundvierzig noch gering geachtet zu werden.
Wir strebten nach Dauer, einzig damit beschäftigt, ein bleibendes Werk zu schaffen, wie diejenigen es waren, die wir bewunderten, über die die Zeit nur wenig Macht besitzt und die den Anspruch erheben, morgen ebenso ergreifend und aktuell zu sein wie heute. . . .“
Sommerloch
Jetzt wieder der Frust, wenn im Rundfunk zum Sparen alle regionalen Kulturprogramme gleichgeschaltet werden. Immerhin gibt es Ausweichmöglichkeiten, z.B. WDR 5 oder DLF Kultur.
Form fasst Flüchtiges
Ein Freund schickte mir jetzt mit anderen kleinen Prosastücken auch einen frei assoziierenden Text, den ich mir erlaubt habe, in Gedichtform zu präsentieren – natürlich mit Genehmigung des Autors:
Yannick Leider
Ballade d’automne
Tout est là :
les feuilles mortes, les regards apaisés,
la pourriture, l’ambre dorée,
le parc lointain, de belles faïences,
des æufs à la coque, des chaussettes roses,
l’atelier d’artiste au milieu de nulle part,
du jaune, du rouge
et cette odeur du temps
qui ne va pas tarder à se gâcher . . .
Le passage de la vie vers la mort –
memento mori –
où vas-tu, gentil jardinier, avec cette faux ?
La création picturale du monde occidental
poursuit son cours en rapport
bien lié aux saisons de l’année :
nous rentrons dans la période de Georges de la Tour,
de Véronèse et des intimistes flamands.
Même si la roue du temps s’arrête
sur le chiffre 25 comme minimal art,
nous pouvons toujours y appliquer
une flaque jaune sur un fond jaune
pour ne pas perdre la main,
surtout si dans l’autre
nous tenons un æuf à la coque . . .
Qui est un bel argument pour marier
l’art et le quotidien.
Und hier meine Übersetzung :
Herbstballade
Alles ist da:
Die fallenden Blätter, die gesättigten Blicke,
die Fäulnis, das Bernsteingold,
der weite Park, edle Fayencen,
abgekochte Eier, rosa Socken,
das Atelier des Künstlers mitten im Nirgendwo,
etwas Gelb, etwas Rot,
und dieser Duft der Jahreszeit,
der sich bald verlieren wird ...
Übergang vom Leben zum Tod –
memento mori –
wo willst du hin mit der Sichel,
liebenswürdiger Gärtner?
Das Bildschaffen der westlichen Welt
mit seinem wechselnden Fortgang
folgt getreu dem Zyklus der Jahreszeiten:
wir treten wieder ein in die Epoche
des Georges de la Tour, des Veronese
und der flämischen Genremaler.
Selbst wenn das Rad der Zeit
bei der 25 wie bei Minimal Art anhält,
können wir immer noch
einen Klacks Gelb auf gelbem Grund auftragen,
damit die Hand nicht aus der Übung kommt,
besonders wenn man in der anderen
ein gekochtes Ei hält . . .
Was ein hübsches Motiv wäre,
um die Kunst mit dem Alltäglichen zu vereinen.
Yannick Leider
Ballade d’automne
Tout est là :
les feuilles mortes, les regards apaisés,
la pourriture, l’ambre dorée,
le parc lointain, de belles faïences,
des æufs à la coque, des chaussettes roses,
l’atelier d’artiste au milieu de nulle part,
du jaune, du rouge
et cette odeur du temps
qui ne va pas tarder à se gâcher . . .
Le passage de la vie vers la mort –
memento mori –
où vas-tu, gentil jardinier, avec cette faux ?
La création picturale du monde occidental
poursuit son cours en rapport
bien lié aux saisons de l’année :
nous rentrons dans la période de Georges de la Tour,
de Véronèse et des intimistes flamands.
Même si la roue du temps s’arrête
sur le chiffre 25 comme minimal art,
nous pouvons toujours y appliquer
une flaque jaune sur un fond jaune
pour ne pas perdre la main,
surtout si dans l’autre
nous tenons un æuf à la coque . . .
Qui est un bel argument pour marier
l’art et le quotidien.
Und hier meine Übersetzung :
Herbstballade
Alles ist da:
Die fallenden Blätter, die gesättigten Blicke,
die Fäulnis, das Bernsteingold,
der weite Park, edle Fayencen,
abgekochte Eier, rosa Socken,
das Atelier des Künstlers mitten im Nirgendwo,
etwas Gelb, etwas Rot,
und dieser Duft der Jahreszeit,
der sich bald verlieren wird ...
Übergang vom Leben zum Tod –
memento mori –
wo willst du hin mit der Sichel,
liebenswürdiger Gärtner?
Das Bildschaffen der westlichen Welt
mit seinem wechselnden Fortgang
folgt getreu dem Zyklus der Jahreszeiten:
wir treten wieder ein in die Epoche
des Georges de la Tour, des Veronese
und der flämischen Genremaler.
Selbst wenn das Rad der Zeit
bei der 25 wie bei Minimal Art anhält,
können wir immer noch
einen Klacks Gelb auf gelbem Grund auftragen,
damit die Hand nicht aus der Übung kommt,
besonders wenn man in der anderen
ein gekochtes Ei hält . . .
Was ein hübsches Motiv wäre,
um die Kunst mit dem Alltäglichen zu vereinen.
Merkbuchseite

(Bleistift)
Obwohl die äußere Erscheinung so wenig Sicheres erkennen lässt, bleibt es eine ständige Versuchung, aus dem Äußeren Schlüsse über das innere Wesen abzuleiten, z.B. aufzuspüren, was für eine Person hinter dem bewunderten Text eines Autors verdeckt geblieben ist.
Zu Besuch in Peter Amicis Atelier in Braunfels
Die für den Herbst geplante Ausstellung will rechtzeitig vorbereitet sein.

Landschaft und natürliches Wachsen sind dominantes Thema.
Viele der Bildmotive hat der Künstler vom Jakobsweg mitgebracht.

Welche Arbeit an welche Wand? Das will sorgfältig bedacht sein:

Nicht jede der vielen kleinen Kostbarkeiten kann diesmal gezeigt werden, wie z.B. diese Bleistiftzeichnung:


Landschaft und natürliches Wachsen sind dominantes Thema.
Viele der Bildmotive hat der Künstler vom Jakobsweg mitgebracht.

Welche Arbeit an welche Wand? Das will sorgfältig bedacht sein:

Nicht jede der vielen kleinen Kostbarkeiten kann diesmal gezeigt werden, wie z.B. diese Bleistiftzeichnung:

Trouvaille
Hut ab vor jeder Leserin und jedem Leser, die hier jetzt gleichmütig fragen: “Na und? Hast du den etwa nicht gekannt?“
Jens Immanuel Baggesen (1764 – 1826)
Caspariade
Selbst im Gähnen der Frommen ist unverkennbar die Andacht.
Jens Immanuel Baggesen (1764 – 1826)
Caspariade
Selbst im Gähnen der Frommen ist unverkennbar die Andacht.
Ein mächtiges Understatement
Tief berührt besuchte der Agnostiker die Bruder–Klaus-Kapelle bei Wachendorf in der Eifel:

Von außen an einen Wehrturm erinnernd, minimalistischer Bau aus schlichtestem Material auf fünfeckigem Grundriss errichtet, nur scheinbar schmucklos, aber durch ungewöhnliche Verfahren beim Bau mit einer sehr lebendigen Oberfläche versehen.
Ungewöhnlich auch der erstaunliche Kontrast zwischen Außen und Innen:

Ein nach oben konisch zulaufender, zum Himmel geöffneter Schacht, “unzählige“ im Schattenbereich aufblinkende Glasperlen an der Wand, die wie durch raue Falten gegliedert wirkt.
Detail:

Und neben dem (dreieckigen) Eingang eine Plakette von der Größe eines Lichtschalters:

(Kapelle gebaut zum Lobe Gottes und der Erde eingesegnet im Mai 2007 gewidmet dem heiligen Bruder Klaus 1417 – 1487 Friedensstifter Mystiker und Einsiedler in den Schweizer Bergen)

Von außen an einen Wehrturm erinnernd, minimalistischer Bau aus schlichtestem Material auf fünfeckigem Grundriss errichtet, nur scheinbar schmucklos, aber durch ungewöhnliche Verfahren beim Bau mit einer sehr lebendigen Oberfläche versehen.
Ungewöhnlich auch der erstaunliche Kontrast zwischen Außen und Innen:

Ein nach oben konisch zulaufender, zum Himmel geöffneter Schacht, “unzählige“ im Schattenbereich aufblinkende Glasperlen an der Wand, die wie durch raue Falten gegliedert wirkt.
Detail:

Und neben dem (dreieckigen) Eingang eine Plakette von der Größe eines Lichtschalters:

(Kapelle gebaut zum Lobe Gottes und der Erde eingesegnet im Mai 2007 gewidmet dem heiligen Bruder Klaus 1417 – 1487 Friedensstifter Mystiker und Einsiedler in den Schweizer Bergen)

