Revisited
Etwas früher Vertrautes nach langer Zeit wiederzusehen, ist ein besonderes Erlebnis: es macht spürbar, in welchem Maße sich mein Blick auf die Dinge ganz unmerklich verändert hat – ja, die Dinge scheinen gar nicht mehr dieselben zu sein, so wie ich sie einst wahrgenommen hatte.
Nächtlicher Zauberhain in Bad Homburg
Jeder Tag hat Überraschungen bereit, wenn man sich nur die Zeit dafür nimmt. Toll, dass unserer Zivilisation solche Lichtzaubereien möglich sind – aber wer weiß wie viele Anlieger den Einfall nur mit Missmut quittiert und womöglich dagegen geklagt haben?!
Neues aus dem Atelier
Bagatelle 2012_2, farbige Mischtechnik auf Papiermontage,
Rahmenformat 21 x 21 x 1,6 cm
Update
Lesefrucht
(“. . . ’Wozu noch Poesie?’ sagt man jetzt, da die Wissenschaft auszureichen scheint, um alle Bedürfnisse zu befriedigen, während zugleich die innere Leere immer größer wird. Mir scheint gerade die Poesie dazu da zu sein, den abgestumpften, den irregeleiteten Blick daran zu erinnern, dass die Welt nie aufgehört hat, seltsam, fern, begehrenswert zu sein ...
Weder das Flugzeug noch Raketen verkürzen die wirklichen Distanzen, die nämlich zwischen unserem Herzen und dem Geheimnis der Dinge um uns her . . .“)
aus: Philippe Jaccottet – Tout n’est pas dit, bei Ulrich Keicher, Warmbrunn
notizen – notizen – notizen – . . .
Der “Kniestorch“, eine neue Spezies?
Dass dieser Klapperstorch mit dermaßen gebrochenem und verlängertem Bein noch Babies herbeischleppen kann, während er selbst dringend ärztlicher Hilfe bedarf?!
Wie oft man doch in unserem Alltag mit gut Gemeintem zufrieden sein soll nach dem Motto “Sieht doch jeder, was gemeint ist“, obwohl es ohne Mehrkosten auch richtig sein könnte.
Baselitz im Städel

Ein echter “Hingucker“ – aber sie werden das Werk doch nicht womöglich falsch herum aufgehängt haben?
Nachtrag zu “Baselitz im Städel
Da man bei Kommentaren keine Bilder hochladen kann, sei der Umweg über einen Nachtrag gestattet.
Marc Fritzsche schreibt:
Ich habe mal mit Photoshop den Baselitz innherhalb des Fotos umgedreht (leider sind die Farben dabei ganz leicht verändert worden, warum auch immer) und hänge ihn Dir an. Ich glaube nicht, dass das Bild falschherum hängt. In der Kieler Kunsthalle hat der Direktor mal einen Baselitz vor unseren Augen umgedreht. Da habe ich festgestellt, dass seine Kompositionen gewissermaßen die Schwerkraft mit einbeziehen: Der gedrehte Baselitz "funktionierte" einfach nicht. So ist es m. E. auch in der anhängenden Datei: Das von Dir gemachte Bild scheint mir plausibler.
Nett übrigens, dass die Darsgestellten so lange Hälse machen und die Köpfe drehen: Als hätten Sie dieses Nachdenken vorhergesehen.
. . .
Als altem Griesgram, der ich (D.M.) zugegebenermaßen bin, traut man mir natürlich nicht zu, dass ich einen Witz mache.
Ganz klar ist (aber ganz unbaselitzesk), dass hier mal unten auch tatsächlich unten ist. Und harmlose Städelbesucher könnten versucht sein, probeweise das Drehen der Hälse und Häupter nachzumachen.

